Derby-Wahnsinn im Tiebreak

Was für ein Abend in der Eliteschule des Sports! In einem hoch emotionalen Primetime-Derby sicherte sich der TSV TB München mit einem 3:2-Erfolg gegen den TSV Unterhaching zwei enorm wichtige Punkte. Das Team kämpfte sich eindrucksvoll zurück und entschied erstmals in dieser Saison einen Fünf-Satz-Krimi für sich.

Der TBM erwischte keinen guten Auftakt. Während Unterhaching von Beginn an souverän agierte und mit druckvollen Aufschlägen sowie klarer Struktur im Angriff überzeugte, fand München kaum Zugriff. Bereits früh setzten sich die Gäste ab, beim Stand von 9:12 begann Haching davonzuziehen.
Die Münchnerinnen fanden keine Antwort auf das variable Offensivspiel der Gäste, Annahme und Block standen nicht stabil genug. Schnell stand es 13:20, ehe Unterhaching den ersten Satz deutlich mit 25:15 für sich entschied. 

Auch im zweiten Durchgang blieb Unterhaching zunächst tonangebend. Der TBM "schwamm" zu Beginn nur mit, geriet schnell mit 4:12 ins Hintertreffen. Doch dann kippte das Momentum.
München stellte sich besser auf das Spiel der Gäste ein, arbeitete konsequenter in Block- und Feldabwehr und erhöhte den Druck im Aufschlag. Der Zugriff wuchs spürbar - und dann kam der große Auftritt von Perspektivspielerin Sophia Bruder. 
Mit vier Assen in Folge brachte die junge Angreiferin ihr Team zurück ins Spiel und sorgte für eine explodierende Stimmung in der Halle. Die Eliteschule des Sports stand Kopf. Ab der Crunchtime entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit langen Rallyes und hoher Intensität. 
Unterhaching erspielte sich sogar einen Satzball, doch der TBM bewies Nervenstärke, wehrte zwei Satzbälle ab und nutzte schließlich selbst die erste Gelegenheit zum 26:24-Satzgewinn.

Der dritte Satz knüpfte nahtlos an das Niveau des zweiten an. Beide Teams lieferten sich ein intensives Derby mit viel Emotion, starken Abwehraktionen und spektakulären Ballwechseln.
München war nun endgültig im Spiel angekommen und machte es Unterhaching insbesondere im Block schwer. Wieder ging es in die Verlängerun, wieder war jeder Punkt hart umkämpft. Diesmal hatten jedoch die Gäste das bessere Ende für sich und entschieden den Durchgang mit 27:25.

Trotz des erneuten Rückschlags blieb der TBM stabil. Der vierte Satz begann ausgeglichen, doch München übernahm früh die Kontrolle. Mit wachsendem Selbstvertrauen, konsequentem Angriffsspiel und weiterhin starkem Block-Feldabwehr-Verbund baute das Team den Vorsprung kontinuierlich aus. 
Während bei Unterhaching zunehmend die Energie nachließ, spielte sich der TBM regelrecht in einen Rausch. Mit 25:18 ging der Satz an die Gastgeberinnen - der verdiente Lohn für eine geschlossene Mannschaftsleistung.

Der Entscheidungssatz war dann eine klare Angelegenheit. München startete furios, setzte Unterhaching mit druckvollen Aufschlägen unter Dauerdruck und verteidigte leidenschaftlich. Beim Stand von 8:2 wurden die Seiten gewechselt.
Der TBM blieb konsequent, feierte jeden Punkt wie einen Titelgewinn und ließ keinen Zweifel mehr aufkommen. Mit 15:6 sicherten sich die Münchnerinnen den Tiebreak - und damit den umjubelten 3:2-Derbysieg. 

"Ein Hightlight und mega Teamleistung!", fasst Carolina Bachmeier den Abend treffend zusammen. Kapitänin Nele Sambale ergänzte: "Wir haben uns durchgebissen. Alle waren am Start - genau das hat heute den Unterschied gemacht."
Zur MVP auf Münchner Seite wurde Pauline Pfaudler gewählt, bei Unterhaching erhielt Natascha Vogel die Auszeichnung.

Der TSV TB Münchne gewinnt erstmals in dieser Saison ein Fünf-Satz-Spiel und belohnt sich für Moral, Energie und eine geschlossene Teamleistung mit zwei ganz wichtigen Punkten. Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht: Bereits am Sonntag wartet auswärts der SSC Freisen. Doch mit diesem Derby-Erfolg im Rücken reist der TBM mit neuem Selbstvertrauen ins Saarland.

Anschrift Hauptverein