
Nur zwei Tage nach dem umjubelten 3:2-Derbysieg gegen Unterhaching ging es für den TSV TB München direkt weiter ins Saarland zum Rückspiel gegen den SSC Freisen. Genau eine Woche zuvor hatte Freisen die Münchnerinnen in der Eliteschule des Sports deutlich mit 3:0 bezwungen. Auch diesmal stand am Ende eine 0:3-Niederlage - doch im Vergleich zur Vorwoche präsentierte sich der TBM deutlich stabiler, kämpferischer und über weite Strecken auf Augenhöhe.
Der Start in die Partie fiel den Münchnerinnen erneut schwer. Freisen agierte von Beginn an druckvoll im Aufschlag und konsequent im schnellen Spiel über die Außen- und Diagonalpositionen. Früh geriet der TBM mit 4:10 ins Hintertreffen.
Doch anders als im Hinspiel ließ sich das Team nicht abschütteln. Mit mehr Stabilität in der Annahme und mutigeren Angriffslösungen kämpfte sich München Punkt für Punkt heran - beim 11:12 war der Anschluss wieder hergestellt. Eine kurze Tiefphase sorgte jedoch dafür, dass Freisen mit 19:15 in die Crunchtime ging. Trainerseitig reagierte der TBM mit einem Doppelwechsel - und erneut zeigte die Mannschaft Charakter. Beim 18:19 war das Spiel wieder offen.
Freisen erspielte sich beim Stand von 24:20 vier Satzbälle. Doch der TBM bewies Moral, wehrte drei davon in intensiven Rallyes ab und verkürzte auf 23:24. Am Ende behielten die Gastgeberinnen jedoch die Nerven und entschieden den Satz mit 25:23 für sich.
Die Energie aus dem ersten Durchgang nahm der TBM mit. Der zweite Satz begann ausgeglichen, beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Zur Satzmitte fand Freisen jedoch erneut Lösungen gegen die Münchner Block-Feldabwehr und setzte sich mit einigen Punkten ab. Während einer engagierten Aufholjagd dann der nächste Rückschlag: Carolina Bachmeier knickte unglücklich um und musst das Feld verlassen. Ein weiterer Dämpfer in einer ohnehin verletzungsgeprägten Saison.
Die Szene hinterließ zunächst Spuren - Freisen nutzte die kurze Unsicherheit konsequent aus. Doch wieder fing sich der TBM, spielte mutig weiter und kämpfte sich zurück in die Partie. Beim Stand von 21:24 hatten die Gastgeberinnen erneut Satzball. München wehrte zwei Satzbälle ab, verkürzte auf 23:24 - doch auch diesmal setzte Freisen den letzten Punk zum 25:23 und erhöhte auf 2:0 in Sätzen.
Im dritten Satz wiederholte sich zunächst das Muster: Freisen startete stark und erspielte sich früh einen Vorsprung. Doch der TBM blieb dran, glich zum 10:10 aus und übernahm zwischenzeitlich sogar die Führung. Das Spiel blieb von Höhen und Tiefen geprägt. Auf eine Münchner Führung folgte wieder eine Phase, in der Freisen effizient punktete. Doch erneut zeigte das Team Moral, kämpfte sich zurück und stellte beim 18:18 den Ausgleich her.
Die Münchnerinnen stellten sich nun immer besser auf das Spiel der Gastgeberinnen ein und gingen sogar mit 21:20 in Führung - beste Voraussetzungen für eine mögliche Verlängerung zugunsten des TBM. Nach einer Auszeit von Freisen schlichen sich jedoch unglückliche Eigenfehler ein. Die Gastgeberinnen übernahmen wieder die Führung. Beim Stand von 23:24 verwandelte Freisen diesmal direkt den ersten Matchball zum 23:25-Endstand.
Auch wenn erneut eine 0:3-Niederlage gegen Freisen auf dem Spielbericht steht, zeigte der TSV TB München ein deutlich anderes Gesicht als noch eine Woche zuvor. In allen drei Sätzen kämpfte sich das Team nach schwierigen Phasen zurück, wehrte mehrere Satzbälle ab und gestaltete die Begegnung bis in die Crunchtime offen.
"Das Spiel von Freisen liegt uns leider überhautp nicht. Dennoch haben wir uns diesmal mit einem anderen Gesicht gezeigt als letzte Woche. Das ist definitiv ein Schritt nach vorne und zeigt, dass dieses Team bereit ist zu kämpfen", resümierte Claudia Mürle nach Abpfiff.
Die MVP-Auszeichnungen gingen an Fabia Harloff und Leonie Dewes.